Grenzen kennen ist das eine. Sie zu schützen etwas ganz anderes.
Dieser Moment: Du weißt ganz genau, dass Dir gerade alles zu viel wird.
Und Du hast Dir sogar schon hundertmal vorgenommen, dass Du das nicht mehr mitmachst.
Du willst nicht mehr für alles zuständig sein, nicht ständig einspringen, nicht immer der bzw. diejenige sein, die noch schnell etwas übernimmt, weil es sonst keiner macht.
Und Du möchtest schon gar nicht mehr 25 Dinge gleichzeitig erledigen, während von allen Seiten noch Nummer 26, 27 und 28 dazukommen.
Du weißt das…und trotzdem passiert es wieder.
Du sagst Ja. Du kümmerst Dich. Du machst noch schnell dies und übernimmst noch schnell das. Vielleicht merkst Du sogar mittendrin schon, dass Du eigentlich längst über Deiner Grenze bist.
Und irgendwann kommt dieser Punkt:
„Warum mache ich das eigentlich immer wieder mit?“
Eigentlich bin ich doch selbst schuld
Oft richtet sich der Ärger dann gar nicht gegen die Menschen, die etwas von uns wollen, sondern wir werden sauer auf uns selbst.
„Warum habe ich nicht einfach Nein gesagt?“
„Warum lasse ich mir das immer wieder gefallen?“
„Wie blöd kann man eigentlich sein?“
„Ich weiß es doch inzwischen besser!“
Denn oft genug passiert Folgendes:
Erst haben wir unsere eigene Grenze nicht geschützt und anschließend machen wir uns auch noch dafür fertig.
Doch ich finde an dieser Stelle lohnt sich mal eine ganz andere Frage.
Warum fällt es mir eigentlich so schwer, meine Grenze zu schützen, obwohl ich sie längst kenne?
Denn zu wissen, wo meine Grenze liegt, bedeutet noch lange nicht, dass ich sie auch beschützen kann.
Vielleicht habe ich irgendwann gelernt, dass es einfacher ist, Dinge selbst zu erledigen.
Vielleicht möchte ich niemanden enttäuschen.
Vielleicht habe ich Angst vor Streit oder davor, was andere über mich denken könnten.
Vielleicht bin ich es auch einfach nur schon so gewohnt, zu funktionieren, Verantwortung zu übernehmen und irgendwie alles hinzubekommen.
Und manchmal laufen solche Muster schon so lange, dass wir sie gar nicht mehr bewusst entscheiden.
Wir machen einfach.
Grenzen setzen beginnt nicht beim Nein
Natürlich dürfen wir lernen, Nein zu sagen.
Aber ich glaube, dass Grenzen setzen schon viel früher beginnt.
Nämlich bei der Frage:
Was brauche ich eigentlich gerade?
Kann ich wahrnehmen, dass es mir zu viel wird, bevor ich komplett überfordert bin?
Kann ich einen Moment innehalten, bevor das automatische „Ja, mach ich“ aus meinem Mund kommt?
Und kann ich mir selbst zugestehen, dass meine Bedürfnisse genauso wichtig sind, wie die der anderen?
Vielleicht bedeutet Selbstliebe manchmal genau das.
Nicht jeden Morgen vor dem Spiegel zu stehen und sich zu erzählen, wie wunderbar man doch ist.
Sondern sich selbst ernst zu nehmen.
Die eigene Erschöpfung, den eigenen Ärger, das Gefühl von „Ich kann gerade nicht mehr“, und auch die Grenze, die vielleicht schon eine ganze Weile versucht, sich bemerkbar zu machen.
Und dann passiert es trotzdem wieder
Auch das gehört dazu.
Du wirst nicht von heute auf morgen jedes alte Muster ablegen.
Vielleicht sagst Du beim nächsten Mal wieder „Ja“, obwohl Du „Nein“ meinst.
Vielleicht merkst Du erst hinterher, dass Du Dich wieder hast irgendwo hineinziehen lassen.
Aber dann musst Du Dich dafür nicht auch noch beschimpfen.
Du kannst hinschauen.
Was ist da gerade passiert? Warum habe ich wieder übernommen? Was hat mich davon abgehalten, meine Grenze zu setzen?
Denn genau dort beginnt Veränderung.
Nicht mit dem nächsten Vorwurf gegen Dich selbst.
Sondern mit dem Verstehen, warum Du tust, was Du tust und mit der Entscheidung, beim nächsten Mal vielleicht ein kleines bisschen früher auf Dich selbst zu hören.
Du darfst Grenzen haben. Du darfst sie schützen. Und Du darfst lernen, Dich selbst dabei wichtig zu nehmen.
Du musst das nicht alleine herausfinden
Manche Muster begleiten uns schon viele Jahre.
Dann reicht der gute Vorsatz „Beim nächsten Mal sage ich Nein“ manchmal einfach nicht aus.
In meiner Praxis schauen wir gemeinsam darauf, was hinter solchen Verhaltensweisen steckt und was Dich immer wieder über Deine eigenen Grenzen gehen lässt.
Dabei arbeite ich unter anderem mit EFT-basierter Klopfakupressur, um auch die Gefühle und alten Erfahrungen anzuschauen, die mit diesen Situationen verbunden sind.
Du möchtest etwas verändern, weißt aber noch nicht so recht, wo Du anfangen sollst?
Dann melde Dich gerne bei mir.
Gemeinsam schauen wir, was Du brauchst, damit aus „Warum mache ich das eigentlich immer wieder mit?“ irgendwann ein „Diesmal habe ich auf mich gehört“ werden kann.
Herzlichst,