Ein Glücksrezept für uns alle.
Vor ein paar Tagen blätterte ich in einem Buch. Eigentlich ging es darin um Glücksrezepte für Familien. Eines davon lautete:
Offenheit. Geduld. Veränderungen annehmen.
Ich las diese drei Begriffe, blätterte weiter und dachte mir:
Warum eigentlich nur für Familien? Ist das nicht „ein Glücksrezept“, das wir alle möchten?
Und zwar ganz egal, ob wir allein leben, in einer Partnerschaft sind oder eine Familie haben.
Sind das denn nicht genau diese drei Dinge, die uns immer wieder weiterbringen: im Alltag, im Beruf und vor allem in unserer persönlichen Entwicklung?
Meine Reise nach China
Während ich darüber nachdachte, musste ich auch an meine erste Reise nach China denken.
Ich erinnerte mich noch gut an die Reaktionen.
„Wie, Du fliegst alleine nach China?“
„Warum denn ausgerechnet China?“
„Ist dir das nicht zu gefährlich?“
Viele Menschen hatten sofort eine Meinung. Manche erzählten mir Geschichten, andere berichteten von Dingen, die sie irgendwo gelesen oder gehört hatten.
Ich? Ich wollte dahin und mir einfach mein eigenes Bild machen. Nicht, weil ich überzeugt war, dass alles wunderbar sein würde, sondern weil ich neugierig war. Ich wollte erleben statt vermuten, verstehen statt beurteilen.
Natürlich war vieles neu: die Kultur, die Sprache, der Alltag,… aber ich wollte das kennenlernen, was wirklich ist.
Und erst dann entscheiden, was ich darüber denke.
Wie viele Chancen lassen wir vorbeiziehen?
Diese Reise hatte mir gezeigt, wie schnell wir Menschen urteilen (mich auch eingeschlossen):
Über Länder.
Über andere Menschen.
Über neue Wege.
Und sogar über uns selbst.
Wie oft sagen wir:
„Das ist nichts für mich.“
„Das kann ich nicht.“
„Dafür bin ich zu alt.“
„Das funktioniert sowieso nicht.“
Dabei haben wir es oft gar nicht ausprobiert.
Nicht, weil wir nicht mutig genug wären.
Sondern, weil sich das Vertraute halt sicherer anfühlt als das Unbekannte.
Offenheit heißt nicht, alles gut zu finden
Das finde ich wird häufig missverstanden.
Offen zu sein bedeutet für mich nicht, alles gutzuheißen.
In meinen Augen bedeutet es auch nicht, seine eigene Meinung aufzugeben.
Für mich bedeutet Offenheit etwas ganz anderes.
Sie bedeutet, einer neuen Erfahrung die Chance zu geben, überhaupt eine Erfahrung zu werden.
Erst dann können wir entscheiden, ob sie zu uns passt, oder eben nicht.
Vielleicht entdecken wir etwas Wunderbares.
Vielleicht stellen wir fest, dass es doch nicht unser Weg ist.
Beides ist völlig in Ordnung.
Veränderung beginnt mit einer kleinen Entscheidung
Ich erlebe und höre das immer wieder.
Viele Menschen wünschen sich Veränderung, wie weniger Stress, mehr Gelassenheit, mehr Selbstvertrauen, mehr Freude.
Doch gleichzeitig wünschen sie sich, dass alles so bleibt, wie es ist.
Nur eben besser.
Das funktioniert halt leider selten bis gar nicht.
Veränderung beginnt nicht erst, wenn sich unser Leben verändert.
Sie beginnt in dem Moment, in dem wir bereit sind, einen Gedanken zuzulassen, den wir vorher vielleicht sofort verworfen hätten.
Und dann braucht es Geduld
Der zweite Begriff aus dem Buch war Geduld.
Wie passend.
Denn genau daran scheitern wir oft genug:
Wir wünschen uns Veränderungen. Aber bitte möglichst schnell. Wir beginnen voller Motivation.
Nach ein paar Tagen oder Wochen sehen wir noch keinen großen Unterschied und glauben, es bringt nichts.
Doch Entwicklung funktioniert selten schnell.
Sie wächst langsam.
Fast unbemerkt.
Wie eine Pflanze, die zunächst Wurzeln bildet, bevor wir überhaupt etwas über der Erde sehen.
(dazu hab ich letztes auch einen Blog geschrieben 😉)
Warum Veränderungen dazugehören
Der dritte Begriff war: Veränderungen annehmen.
Ich glaube, das ist einer der schwierigsten Schritte überhaupt.
Denn Veränderungen bedeuten ja auch oft, Vertrautes loszulassen.
Sie fordern uns heraus.
Manchmal machen sie uns sogar Angst.
Und trotzdem sind sie ein Teil unseres Lebens.
Nicht jede Veränderung suchen wir uns aus.
Aber wir können entscheiden, wie wir ihr begegnen:
Mit Widerstand oder mit Offenheit.
Vielleicht gilt dieses Glücksrezept für uns alle
Je länger ich über diesen kleinen Abschnitt im Buch nachgedacht habe, desto mehr hatte ich das Gefühl:
Dieses Rezept gehört nicht nur in Familien.
Es gehört in unseren Alltag.
In unsere Freundschaften, in unsere Beziehungen, in unseren Beruf.
Und erst recht in die Beziehung zu uns selbst.
Offen bleiben.
Geduldig bleiben.
Die Bereitschaft, Veränderungen zuzulassen und anzunehmen.
Nicht, weil jede Veränderung automatisch gut ist.
Sondern, weil wir uns dann selbst die Möglichkeit geben, daran zu wachsen.
Vielleicht wartet hinter dem nächsten Schritt nicht sofort die perfekte Lösung.
Aber vielleicht wartet dort eine Erfahrung, die Dich glücklich sein lässt.
Und vielleicht ist genau das eines der schönsten Glücksrezepte überhaupt.
Wie siehst Du das?
Welcher dieser drei Begriffe fällt Dir am leichtesten?
Offenheit?
Geduld?
Oder Veränderungen anzunehmen?
Oder gibt es einen dieser Punkte, der Dich gerade im Moment besonders beschäftigt?
Schreib es mir gerne. Ich freue mich darauf, Deine Gedanken zu lesen.
Herzlichst,