Oder vielleicht auch, warum wir das Unperfekte wieder lieben lernen dürfen.
Ich hätte echt nicht gedacht, dass ich das einmal schreibe.
Ich meine, ich liebe die Möglichkeiten, die KI uns bietet. Wirklich, ich finde es Klasse!
Sie hilft mir dabei, Gedanken zu sortieren, Ideen zu sammeln und manchmal auch den berühmten roten Faden wiederzufinden.
Und gleichzeitig gibt es da etwas, das mich in letzter Zeit immer mehr nervt.
Nicht die KI selber, sondern das, was wir Menschen daraus machen.
Alles wirkt plötzlich perfekt.
Mit Sicherheit ist Dir folgendes auch schon aufgefallen:
Du liest einen Text und schon nach wenigen Sätzen weißt Du:
„Das hat eine KI geschrieben.“
Oder Du siehst ein Video:
Alles ist gestochen scharf. Jede Bewegung sitzt. Jedes Wort passt.
Da ist kein Versprecher oder Zögern, nicht die geringste Unsicherheit. Eben besser als jeder Mensch es könnte.
Sieht eigentlich wunderschön aus und trotzdem bleibt dabei das Gefühl: das stimmt nicht, das ist nicht echt, da fehlt etwas.
Das Menschliche geht verloren.
Was ich toll finde, sind nicht perfekte Menschen.
Menschen wie Du und ich eben.
Mich gewinnen Menschen, die lachen, obwohl sie sich gerade versprochen haben.
Menschen, die auch mal sagen: „Das weiß ich gerade nicht.“
Und Menschen, die Fehler machen; denn genau dadurch werden sie nahbar.
Vielleicht ist genau das der Grund, warum mich diese perfekte KI-Welt manchmal so müde macht und regelrecht langweilt.
Sie zeigt uns eine Welt, die es in Wirklichkeit gar nicht gibt.
Wir vergleichen uns plötzlich mit Maschinen.
Früher haben wir uns mit anderen Menschen verglichen.
Und heute vergleichen sich viele (wahrscheinlich ganz unbewusst) mit einer künstlichen Perfektion.
Mit fehlerfreien Texten, mit Bildern, die absolut makellos aussehen (früher waren sie „Photo-geshopt“) und mit Videos, in denen aber auch alles stimmt.
Und irgendwann schleicht sich wieder der Gedanke ein:
„Warum bekomme ich das nicht so hin?“ oder: „Ich bin wohl einfach nicht gut genug.“
Das Unperfekte ist kein Fehler.
Eine kleine Unsicherheit oder ein Satz, der nicht hundertprozentig perfekt klingt.
Ein Foto, das nicht geschniegelt und gebügelt aussieht.
Und ein ehrliches Lächeln statt eines perfekten.
Ich finde, genau das macht doch einen Menschen aus.
Unsere Ecken und unsere Kanten, unsere Eigenheiten und unsere persönliche Geschichte.
Ich bin der Meinung, wenn wir anfangen, all das zu verstecken, verlieren wir etwas viel Wertvolleres als Perfektion je gewinnen könnte.
Wir verlieren uns nämlich selbst.
KI darf unterstützen, aber nicht ersetzen.
Ich wünsche mir keine Welt ohne KI.
Ganz im Gegenteil, ich finde sie faszinierend.
Sie kann uns Zeit schenken, sie kann Ideen liefern und sie kann uns unterstützen.
Aber sie sollte niemals unsere Persönlichkeit ersetzen.
Denn am Ende interessieren sich Menschen nicht für den perfektesten Text.
Sie interessieren sich für den Menschen dahinter.
Vielleicht brauchen wir wieder etwas mehr Mut.
Den Mut, nicht perfekt sein zu müssen.
Den Mut, auch einmal einen Fehler stehen zu lassen.
Den Mut, nicht mit einer Maschine konkurrieren zu wollen.
Und vor allem den Mut, zu erkennen:
Ich muss nicht perfekt sein, um wertvoll zu sein oder damit Menschen mir zuhören.
Und Ich muss schon garnicht perfekt sein, um geliebt zu werden.
Vielleicht ist es genau jetzt an der Zeit, uns wieder daran zu erinnern, dass das Wertvollste, was wir besitzen, nicht Perfektion ist. Denn genau das macht uns einzigartig.
Sitzt Du manchmal auch in einer Perfektionsfalle und willst raus? Du musst nicht perfekt sein, um wertvoll zu sein. Ich begleite Dich gerne.
Vereinbare gerne dein kostenfreies Erstgespräch, per Telefon oder live in meiner Praxis in Pentling bei Regensburg.
Herzlichst,